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Geschichte

Patchwork

Was ist Patchwork und Quilting?

Entstehung und Geschichte

Ursprünglich bedeutet Patchwork Flickarbeit. Man findet diese textile Technik in vielen Kulturen in Europa, Asien und auch Afrika.
Patchwork wurde aus Lumpen und abgetragenen Kleidungsstücken gefertigt. Viele kleine Stoffstücke wurden aneinander genäht.Auf diesem Weg entstanden Decken, Zelte, Kleidung, Taschen, Kissen und Wandbehänge.

Patchwork besteht aus drei Textilschichten: der Patchworkoberseite mit dem Muster, der Füllung und der Rückseite. Damit sich die einzelnen Lagenbeim Gebrauch oder Waschen nicht verschieben können, werden sie mit sogenannten Quilt oder auch Steppstichen vernäht bzw. gequiltet.
Aber auch zur Dekoration und Verzierung wird gequiltet. Auch hier gibt es viele überlieferte Muster, wie zum Beispiel die "Amish rose".

Die ersten Patchworkarbeiten entstanden vor über 3000 Jahren in Ägypten. Auch in ägyptischen Wandzeichnungen, entstanden im 9. Jahrhundert vor Christus, fand man entsprechende Darstellungen.
Als ältestes erhaltenes Beispiel wird eine ägyptische Baldachindecke aus dem Jahr 980 vor Christus angesehen.Sie wird im ägyptischen Museum in Kairo aufbewahrt.

Von Ägypten gelangte die Patchworktechnik nach Japan und China und von dort, im 11. Jahrhundert, durch Kreuzfahrer nach Europa.Mit Hilfe dieser Technik wurden zuerst Wandbehänge für die Kirchen hergestellt. Aber auch Umhänge, Standarten und Banner wurden mit applizierten heraldischen Motiven verziert.

Im 12. Jahrhundert nutzten Soldaten gequiltete Kleidung als Schutz und Rüstung. Später wurde sie unter Rüstung oder Kettenhemd getragen.

Ein berühmtes Beispiel aus Deutschland ist das Bußkleid der heiligen Elisabeth aus dem 13. Jahrhundert. Es wird in einem Kloster in Trier in einem Schrein aufbewahrt.

Im 16. und 17. Jahrhundert wurden Quilts in den unbeheizten und zugigen Häusern des Adels als Bettdecken und Wandbehänge benutzt.

Anfang des 18. Jahrhunderts, als Stoffe im Zuge der beginnenden industriellen Revolution erschwinglicher wurden, konnten sich immer mehr Menschen erlauben, Quilts als Dekorationsstücke in ihren Wohnungen und Häusern zu verwenden. Damit wurde auch gequiltete Kleidung populär.

Im 19. Jahrhundert sah man Patchwork und Quilting als praktische Handarbeit an. Quilts wurden von jungen Mädchen als Teil der Aussteuer vor der Heirat angefertigt.

Im frühen 20. Jahrhundert wurde Patchwork und Quilting kaum noch ausgeübt.

Nordamerika

Die Technik des Patchwork und Quilting fand im 19. Jahrhundert auch seinen Weg nach Nordamerika.Siedlerfrauen flickten Stoffreste zu wärmenden Decken zusammen. Ihnen kommt eigentlich auch der Ruhm zu, die vielfältigste Patchworktradition begründet zu haben.
Damals entstanden viele klassische Patchworkmuster:Log Cabin, Jacob's Ladder,Yankee Puzzle, Dutchman's Puzzle, Lincolns Platform oder Rail Fence sind ein typisches Beispiel.
Die Muster wurden von einer Generation zur nächsten weitergereicht.

Damals bildeten sich Quiltergruppen; in den sogenannten Quilting Parties wurde gemeinsam gearbeitet, oftmals an einem großen Quiltrahmen. Sie hatten eine wichtige soziale Funktion; so wurden Informationen ausgetauscht und neue Techniken und Muster weitergegeben.

Das diese Tradition in Nordamerika bis zum heutigen Tag erhalten blieb, ist in erster Linie den Amish People, einer Glaubensgemeinschaft, zu verdanken. Die Anhänger der Amish People stammten ursprünglich aus Deutschland und der Schweiz. Aus Angst vor Verfolgung wanderten sie vor 200 Jahren in die Vereinigten Staaten von Amerika aus. Bis zum heutigen Tag lehnen sie jeden technischen Fortschritt ab. Sie leben noch immer wie Ihre Vorfahren vor 200 Jahren; ohne Elektrizität und andere moderne Technik. Patchwork und Quilting ist dort auch heute noch als Gemeinschaftsarbeit sehr beliebt.
Amish Quilts werden heutzutage immer mehr als Kunstgegenstände gehandelt. Einfach in Form und Farbe sind sie doch immer ein schönes Beispiel für Kreativität und Ästhetik.

Vor ca. 30 Jahren gab es ein großes Comeback für Patchwork in den USA. Neue Stoffe, Techniken, Muster und Strukturen regen heute viele QuilterInnen an, eigene Kunstwerke zu schaffen. Seit einigen Jahren ist das Patchwork-Quilting auch in Europa wieder als Handwerkskunst zu Ehren gekommen. Viele Quiltgruppen, Workshops und Austellungen haben dafür gesorgt.

Heutzutage ist Patchwork eine textile Kunstart der Innenaustattung. Die Beschaffung von Stoffen ist heutzutage eine wesentliche Aufgabe der PatchworkerInnen.

Es gibt heute keine Grenzen mehr in der kreativen Ausübung dieses schönen Kunsthandwerks. Tausende von Stoffen kommen jedes Jahr speziell für Patchwork auf den Markt.



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